Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken

Erklärung zur Offenlegungsverordnung 2019/2088

Als Bank mit genossenschaftlicher Verankerung setzt die Edekabank seit über einhundert Jahren auf ein generationenübergreifendes und nachhaltiges Wirtschaften. Auch wir wollen als Bank Verantwortung übernehmen, den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft mitzugestalten. Wir bekennen uns zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – „SDGs“) der Vereinten Nationen und des Pariser Klimaschutzabkommens. Wir haben daher die Klimaschutz-Selbstverpflichtung der Deutschen Finanzindustrie unterzeichnet.

Wir wollen unserer Verantwortung auch im Anlagegeschäft gerecht werden und haben zu diesem Zweck Strategien festgelegt, die Nachhaltigkeitsrisiken für unsere Kund*innen einerseits, und nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren der Investitionsentscheidungen andererseits reduzieren. Diese Strategien legen wir nachfolgend offen, um hiermit gleichzeitig die Anforderungen der Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzsektor zu erfüllen.

Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich insbesondere auf die Beratung zu Finanzprodukten, wie sie in der Offenlegungsverordnung definiert werden. Dazu zählen insbesondere Fondsprodukte.

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Was wir unter Nachhaltigkeitsrisiken verstehen

Wir sind der Auffassung, dass Nachhaltigkeitsrisiken also – Gegebenheiten aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung – sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder die Reputation eines Unternehmens auswirken oder somit den Wert einer Geldanlage, und damit auch deren Rendite, mindern können. Bei den Klimarisiken sind physische Risiken, wie Extremwetterereignisse, von transitorischen Risiken, die aus klimapolitischen Entscheidungen ergeben können, zu unterscheiden.

Wie wir die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigen

Nachhaltigkeitsfaktoren umschreiben Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Das Investment in ein Finanzprodukt kann je nach zugrundeliegendem Basiswert (beispielsweise die Beteiligung an oder Investition in ein Unternehmen über Aktien oder Anleihen) zu negativen Nachhaltigkeitsauswirkungen führen, etwa wenn dieses Unternehmen Umweltstandards oder Menschenrechte verletzt.

Eine systematische und damit umfassende Berücksichtigung der wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren können wir derzeit noch nicht durchführen. Hierfür wäre erforderlich, dass die investierten Unternehmen Daten über ihren ökologischen oder sozialen Fußabdruck und zu ihrer guten Unternehmensführung in einer standardisierten Form veröffentlichen, damit die Hersteller von Finanzprodukten diese von den Unternehmen beziehen und uns als Finanzberater als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung stellen können. Wir beobachten insofern das wahrscheinlich wachsende Angebot der Anbieter von ESG-Daten. Wir werden über den Aufbau eines entsprechenden Prozesses entscheiden, sobald das Angebot an verlässlichen ESG-Daten es zulässt.

Wir sind jedoch der Überzeugung, dass nachteilige Auswirkungen von Finanzprodukten auf Nachhaltigkeitsfaktoren durch die Anwendung unseres Nachhaltigkeitsfilters für konventionelle und nachhaltige Produkte erheblich reduziert werden, da er (mittelbar) bewirkt, dass mit diesen Finanzprodukten die (Mit-)Finanzierung von unzureichend nachhaltigen Tätigkeiten möglichst vollständig ausgeschlossen wird.

Wie wir Nachhaltigkeitsrisiken in der Anlageberatung berücksichtigen

Um Nachhaltigkeitsrisiken zu reduzieren, ist vor allem die Produktauswahl wesentlich. Wir wenden daher einen Nachhaltigkeitsfilter für Anlageprodukte an. Sowohl für konventionelle als auch für nachhaltige Finanzprodukte werden Ausschlusskriterien aus den Bereichen Soziales, Umwelt und Unternehmensführung betrachtet. Bei Zertifikaten und Anleihen wird keine Unterscheidung zwischen nachhaltigen und konventionellen Produkten vorgenommen. Für sie gilt ein gesonderter Nachhaltigkeitsfilter, der immer zum Einsatz kommt. Dieser umfasst weitreichendere Ausschlusskriterien sowie Positivkriterien.

Nur wenn ein Produkt in allen Punkten dem jeweiligen Filter entspricht, kommt es in Frage, unseren Kund*innen angeboten zu werden. Die Filter können Sie hier einsehen.

Nachhaltigkeitsfilter für Anlageprodukte herunterladen

Entspricht ein Produkt unseren Kriterien und wird in unser Beratungsuniversum aufgenommen, informieren wir die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Edekabank über die Aufnahme des Produkts. Auf diese Weise gewährleisten wir, dass wir nur Finanzprodukte empfehlen, die keine unangemessen hohen Nachhaltigkeitsrisiken aufweisen.

Wir berücksichtigen außerdem den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken unserer Produktlieferanten. Wir achten darauf, dass sie Nachhaltigkeitsrisiken im Rahmen ihres Investitionsentscheidungsprozesses bewerten und reduzieren. 

Des Weiteren haben unsere Berater*innen eine Basisschulung zu nachhaltigen Investments erhalten, die sie befähigt, Finanzprodukte auch unter Nachhaltigkeitsaspekten zu beurteilen.  Wir entwickeln derzeit ein weiterführendes Schulungskonzept, um sicherzustellen, dass Neuerungen im Kontext nachhaltiger Investments stets direkt Berücksichtigung finden.

Die Einhaltung dieser organisatorischen Vorkehrungen finden von unabhängigen Stellen unseres Hauses (Compliance und Interne Revision) sowie unserer externen Revision Beachtung.

Nachhaltig handeln

   

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Berücksichtigung in der Vergütungspolitik

Wir bereiten uns im Jahr 2021 auch auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken im Rahmen unserer Vergütungspolitik vor.